Patenschaften für Kinder in Nepal
Idee/Entstehung:
Narayansthan, Nepal
1. Einleitung
Obwohl unsere Welt durch Flugverkehr und moderne Kommunikationstechnik immer “kleiner” wird, und es kaum einen Winkel der Erde gibt, der nicht in irgendeiner Form von der westlichen Zivilisation beeinflusst worden ist, hat sich an den extremen Unterschieden zwischen Arm und Reich in den letzten Jahrzehnten nicht viel geändert. – Im Gegenteil, Statistiken deuten an, dass manche Aspekte der Ungleichverteilung von Besitz, Macht und Gesundheit (letztere eine Foge der beiden ersteren) eher zunehmen – und mit ihnen die wirtschaftlichen und politischen Probleme, die daraus entstehen.
Es ist nur zu leicht, als Einzelperson in ein Gefühl der Ohnmacht gegenüber diesen Problemen zu verfallen, und sie entweder zu ignorieren, oder alle Verantwortung “der Politik” bzw. “der Wirtschaft” zuzuschreiben.
Die europäischen und nepalesischen Kooperationspartner dieses Projektes glauben fest daran, dass es möglich und sinnvoll ist, in kleinem Rahmen die Situation der Benachteiligten dieser Welt zu verbessern. Die Hauptinitiative geht dabei von den Betroffenen selbst und ihren wirtschaftlich besser gestellten Landsleuten aus, ein Grossteil der finanziellen Hilfe kommt aber von europäischen Freunden des Projektes, die von der Richtigkeit des Teilens und Helfens überzeugt sind.
Nepal ist dem Rest der Welt hauptsächlich deshalb bekannt, weil der höchste Berg der Erde, Sagarmatha (auch Chomolungma oder Mt Everest), innerhalb der Landesgrenzen liegt. Weniger bekannt ist, dass es auch eines der ärmsten Länder der Welt ist (Bruttosozialproduct pro Kopf ca 1.327 US-Dollar pro Jahr – zum Vergleich: in Deutschland sind es ca 30.000 US-Dollar pro Kopf und Jahr).
Der Staat Nepal in den heutigen Grenzen besteht seit ca 150 Jahren als ein hinduistisches Königreich; vor etwa 15 Jahren wurden eine Verfassung und ein Mehrparteiensystem eingeführt. Seitdem wurden mehrere Landreformen und Gesetzesänderungen durchgeführt - allerdings ist es zu sozialer Gerechtigkeit in dieser konstitutionellen Monarchie noch ein weiter Weg. In letzter Zeit ist Nepal hauptsächlich wegen seiner innerstaatlichen Probleme in den Weltnachrichten erschienen: seit ca 10 Jahren werden Polizei und Armee immer wieder durch maoistische Übergriffe bedrängt.
In dieser unsicheren politischen Situation ist eine Verbesserung des Gesundheitssystemes noch schwieriger: Einerseits sind die Mittel zur Ausbildung und Bezahlung von Gesundheitspersonal sehr eingeschränkt, andererseits ist es auch schwierig, Ärzte und Krankenschwestern zur Arbeit in den risikoreicheren entlegenen Bezirken zu motivieren, wo sie am meisten benötigt würden.
Das Dorf
Narayansthan ist eine Dorfgemeinschaft (ca 7000 Einwohner) in den Fusshügeln des Himalaya (auf ca 1.700m Seehöhe), im Westen Nepals. Die Menschen dort leben hauptsächlich von Subsistenzwirtschaft – in erster Linie Reis- und Maisanbau. Die meisten Familien haben praktisch kein externes Einkommen in Form von Geld, wenn nicht die männlichen Familienmitglieder in der Hauptstadt oder – was öfter der Fall ist – im Ausland arbeiten. (Viele Männer aus dieser Gegend sind Soldaten oder Offiziere in den indischen und britischen Ghurka Regimenten, aber viele sind auch Gastarbeiter in Buthan, Indien oder den Golfstaaten.)
Die sozialen Strukturen im Dorf sind in vieler Hinsicht noch sehr traditionell, allerdings kommt es mehr und mehr zu einer Aufweichung des ehemals sehr starren Kastensystems: Zwar sind Heiraten zwischen den “höheren” und “niederen” Kasten immer noch eine extreme Ausnahme, aber auch die ärmsten Kinder können jetzt zur Schule gehen – und Armut oder Reichtum hängen nicht mehr nur von der Geburtskaste ab.
Dennoch haben die meisten Kinder – vor allem Mädchen – ziemlich wenig Einfluss auf den Verlauf ihres Lebens: wenn ihre Eltern es sich nicht leisten können, ihnen eine gute Ausbildung zu finanzieren, haben sie wenig Chancen, das Dorf verlassen zu können, falls sie wollen. Und die meisten Ehen werden immer noch zwischen den Elternpaaren arrangiert, oft sogar ohne ein Vetorecht der Kinder – besonders der Mädchen.
Andererseits scheint Narayansthan für den von aussen Kommenden eine sehr gut funktionierende Gemeinschaft:
Während der Saat- und Erntezeit arbeiten alle zusammen, in Notfällen oder schwierigen Situationen hilft eine Familie der anderen, und es gibt mehrere aktive Interessensgruppen in der Gemeinde.
Das Dorf selbst ist für Nepals Standards relativ gut erreichbar, die nächste Strasse und Marktgemeinde ist nur etwa eine Stunde Fussmarsch entfernt. – Allerdings 400 Höhenmeter steil bergab, über eine Hängebrücke, und auf der anderen Seite ds Tales wieder hinauf! Zum nächsten Krankenhaus – und nächsten Arzt (25 Betten, 2 Ärzte) sind es gut 2 Stunden.
Unser Projektpartner SWAN
SWAN (Social Welfare Association Nepal) ist eine kleine Hilfsorganisation, deren Gründer – alle ursprünglich aus Narayansthan – es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Lebenssituation in ihrem Heimatdorf zu verbessern.
In den letzten 12 Jahren haben sie – mit der Hilfe internationaler Spender – schon beeindruckend viel erreicht: Eines der wichtigsten Projekte war wohl die Konstruktion von Trinkwasserleitungen: Alle Familien haben jetzt Zugang zu einer Wasserleitung mit guter Wasserqualität, und die Kindersterblichkeit durch Durchfallerkrankungen ist seitdem merkbar zurückgegangen.
Weitere SWAN Projekte waren die Verbesserung der Fusswege und Brücken, ein Ziegenaufzuchtsprojekt, und ein sehr erfolgreiches Blindenschul- und Schülerstipendienprojekt, an dem travel-to-nature massgeblich beteiligt ist. travel-to-nature sponsort den Kindergarten und vermittelt Patenschaften für Kinder aus Narayansthan.
Gesundheitssituation
Obwohl Narayansthan vielleicht verglichen mit anderen Dörfern durch diese lokalen Initiativen einen gewissen Entwicklungsvorsprung hat, sind die Gesundheitsprobleme nicht wesentlich anders als im Rest Nepals: Häufige Probleme wie Durchfall, Würmer, Hauterkrankungen, Anämie, Gastritis, Arthrose undsoweiter werden oft nicht behandelt, weil der Weg zu weit oder die Behandlung zu teür ist.
Chronische Krankheiten, wie Asthma, Diabetes, Bluthochdruck, Epilepsie und Rheuma sind noch schwieriger zu behandeln, weil sich viele Familien eine Daürbehandlung oder wiederholte Arztbesuche nicht leisten können, bzw gar keine adäquate Behandlung verfügbar ist.
In akuten Notfällen – Geburtskomplikationen, Unfälle etc. müssen die Betroffenen auf einer Trage oder in einem Tragekorb zum Bezirkskrankenhaus befördert werden – was vor allem nachts zur Zeit ein besonderes Problem darstellt, da die Sicherheitssituation im Bezirk wegen der Maoisten nach wie vor fragwürdig ist.
Eines der Hauptgesundheitsprobleme in Nepal ist die hohe Müttersterblichkeit: sie ist etwa 100mal höher als in Europa (540 auf 100.000 Geburten – zum Vergleich: in den meisten europäischen Ländern sind es zwischen 5 und 10 pro 100.000 Geburten…). Einer der Hauptgründe dafür ist wohl die weite Entfernung der meisten Dörfer zum nächsten Geburtshilfezentrum – und die Tatsache, dass viele Mütter nicht einmal eine adequate Schwangerschaftsberatung bekommen können. In den meisten Dorfgesundheitszentren gibt es auch nicht die notwendigen Medikamente zur Behandlung von Komplikationen.
Einer der wichtigsten Faktoren zur Reduktion der Müttersterblichkeit ist die Möglichkeit eines Kaiserschnittes im Falle schwerwiegender Komplikationen. – Die durchschnittliche Kaiserschnittentbindungsrate in den meisten europäischen Ländern liegt bei 15-25% (das ist wahrscheinlich zu hoch.) Im Bezirk von Baglung, zu dem Narayansthan gehört, wurden im letzten Jahr 25 Kinder per Kaiserschnitt geboren – von ca 11.000 Geburten! Der einzige Arzt, der diese Operation durchführen kann ( in einem Bezirk mit 300.000 Einwohnern; - zum Vergleich: in Deutschland gibt es ca einen Arzt für 300 Einwohner), ist bei weitem nicht immer im Krankenhaus verfügbar.
Ähnliche Gründe bestimmen auch die hohe Kindersterblichkeit - hier kommen auch Durchfallerkrankungen und Kinderkrankheiten (bei unzureichender Durchimpfung) hinzu: 72 von 1000 Lebendgeborenen sterben im ersten Lebensjahr (in Europa ist die Zahl ca 5 von 1000!), und 10 % aller Kinder überleben nicht mehr als 5 Jahre.

Healthpost in Nepal (Foto AoG)

Gruppenfoto im Projektdorf neben dem Krankenhaus

Blinde Kinder begruessen Paul und Elisa Stoll
Patenschaften
Es gibt zwei verschiedene Arten von Patenschaften: Sie können eine Patenschaft für ein blindes Kind übernehmen oder eine Patenschaft für ein gesundes Kind. Blinde Kinder brauchen natürlich mehr Betreuungsaufwand als gesunde Schüler, trotzdem gibt es viele gesunde Schüler, die dringend auf eine Patenschaft warten.
Eine Patenschaft beinhaltet:
Für blinde Schüler übernimmt der Pate:
Der Schüler bleibt nur unter der Woche: Essen / Bücher und Unterrichtsmaterialien / Uniformen / Übernachtung und Studiengebühr sind inklusive. Am Wochenende fährt der Schjüler nach Hause.
18.000 Rupien (ca. 180 EURO)
Der Schüler bleibt nach der Schule und am Wochenende: Essen / Schulgeld / Bücher und Unterrichtsmaterial / Unterkunft mit Vollverpflegung
28.800 Rupien (ca. 290 EURO pro Jahr)
Für gesunde Schüler übernimmt der Pate:
Staatliche Schule nur tagsüber: Schulgeld / Bücher und Unterrichtsmaterial / Uniformen
7000 Rupies (ca. 70 EURO pro Jahr)
Privatschule (Tagesschule, die Kinder gehen nach der Schule nach Hause): Schulgeld / Bücher und Unterrichtsmaterial / Uniformen
18.000 Rupien (ca. 180 EURO pro Jahr)
Privatschule mit Internat (Kinder bleiben die ganze Woche in der Schule): Schulgeld / Bücher und Unterrichtsmaterial / Uniformen / Unterkunft und Verpflegung
und am Wochenende, wenn die Kinder nicht nach Hause fahren, Essen und Unterkunft im Internat.
60.000 Rupien (ca. 600 EURO pro Jahr)
Wichtiger Hinweis: Rechnen Sie bitte damit, daß die Kosten jährlich um ca. 5% steigen. Das ist ein Erfahrungswert aus den letzten Jahren.
Projektbericht, Kontakt zum Schützling
Sie bekommen am Ende des Jahres einen ausführlichen Projektbericht aus Nepal. Sie können direkt mit "Ihrem" Kind in Kontakt treten, ihm Fotos und Briefe schicken, sich mit Ihrem Kind austauschen. Selbstverständlich bekommen Sie auch die Zeugnisse und Fotos von Ihrem Schützling in Nepal. Diese Patenschaft ist steuerlich absetzbar, solange sie über unseren Impuls-Projekfonds e.V. läuft.
Spendeninformationen und Adressen
Bitte geben Sie – sollten Sie eine Spendenquittung benötigen – immer Ihre Adresse an. Sie können die Adresse auch mailen an conni(at)traveltonature.de.
Adresse:
IMPULS Projektfonds e.V., Franz-Hess-Str. 4, D-79282 Ballrechten,
Tel. 07634 505510, E-Mail: rainer(at)traveltonature.de
Spenden aus Deutschland
Kontoinhaber: Impuls Projektfonds e.V.
Stichwort: (z.B. „Patenschaft“)
Konto 123 688 01
Volksbank Freiburg (BLZ 680 900 00)
Spenden aus dem Ausland
Kontoinhaber: IMPULS Projektfonds e.V.
Stichwort: Patenschaft
Bank: Volksbank Freiburg
Adresse der Bank (falls benötigt): Bismarckalle 10, 79098 Freiburg
SWIFT: GENODE61FR1
IBAN: DE19680900000012368801
Fragen zum Projekt auch per mail an Krishna Karki mailto:karkikrishna1966(at)hotmail.com
Fragen zu medizinischen Dingen an Dr. Gerda Pohl gerda_pohl(at)yahoo.co.uk
Ansprechpartner in Nepal:
Social Welfare Association of Nepal (SWAN)
G.P.O. Box 19420, Sallaghari, Marg
Bansbari, Kathmansu, Nepal
Tel. 00977 1 4372768
Fax 00977 1 4375379
E-Mail: swan(at)mail.com.np (bitte nur textmails, Internet ist sehr langsam in Nepal)

Die Musikgruppe der blinden Kinder von Narayansthan

Familie Stoll besucht den TTN-Kindergarten

Besuch bei den blinden Kindern von unserem Dorfprojekt in Narayansthan




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