Affen in Costa Rica - Costa Rica
Affen in Costa Rica

Affen in Costa Rica

Ganz flink von Baum zu Baum

Wenn man Kinder nach Ihrer Motivation fragt, in den Dschungel zu gehen, wird man schnell darauf kommen, dass diese eigentlich nur Affen sehen wollen. Wir verstehen das, denn diesen kleinen Rackern kann man stundenlang zusehen, wie sie im Geäst umherturnen, wie sie Brüllen, spielen, sich gegenseitig kratzen oder durch die Bäume jagen.

Bevor wir alle vier Affenarten näher erläutern wollen wir Ihnen erstmal einen Überblick über die Affen Costa Ricas verschaffen: Affen gehören zur Verwandtschaftsgruppe der Primaten und zählen zu den Trockennasenprimaten. Man kann eine Unterteilung in Neuweltaffen und Altweltaffen vornehmen, zu denen übrigens auch wir Menschen gehören. Da fast alle Affen in Bäumen leben, hat sich ihre Gestalt an die besondere Lebensweise in luftiger Höhe angepasst. So haben sie lange bewegliche Beine, Finger und Zehen, viele von ihnen haben auch einen langen Schwanz, der sich an Ästen festhalten kann, oder zur Balance dient. 

Affen kommen in den tropischen und subtropischen Gebieten Asiens, Amerikas und Afrikas vor. Dabei kommen sie in den verschiedensten Wäldern, bis in eine Höhe von 3.000 Metern vor. Die meisten Affen sind Allesfresser, die sich jedoch vorrangig von Pflanzen und deren Früchten ernähren. Affen stecken viel Zeit und Energie in die Aufzucht ihrer Jungtiere, was sich in einer hohen Lebenserwartung widerspiegelt, die bei den meisten Affen zwischen 10 und 15 Jahren liegt.



In Costa Rica gibt es 4 Affenarten

In Costa Rica leben vier verschiedene Affenarten, die man nicht selten bei einer Tour durch den Dschungel zu sehen bekommt. Alle Affen Costa Ricas gehören zur Überfamilie der Breitnasen und sind tagaktiv. Häufig leben sie in gemeinsamen Gruppenverbänden mit 10 bis 40 Tieren.

Wenn man schon nach Costa Rica geht, dann will man auch Affen sehen. Die häufigste der vier Affenarten ist der Brüllaffe. Diesen Affen werden Sie mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf Ihrer Costa Rica Reise sehen und hören. travel-to-nature veranstaltet seit 1994 Reisen nach Costa Rica und bisher kam kein einziger Gast nach Hause, ohne einen Brüllaffen gesehen oder gehört zu haben.

Brüllaffen, oder auch Alouatta genannt, leben in Mittel- und Südamerika und werden zwischen 60-90 cm Kopfrumpflänge groß. Ihr Schwanz misst ungefähr dieselbe Länge und wird von ihnen als fünfte Hand eingesetzt. Der Schwanz besitzt eine solche Kraft, dass die Tiere fähig sind, sich nach einem Sprung von Ast zu Ast einzig mit dem Greifschwanz abzufangen. Die Tiere können bis zu 10 kg schwer werden, wobei die leichtesten Tiere lediglich ein Gewicht von 4 kg vorweisen. Besonders auffällig ist der Gewichtsunterschied bei der Geschlechterverteilung: So werden die männlichen Affen weitaus schwerer als die Weiblichen. Ihr Fell ist sehr rau und kann eine Färbung von gelbbraun über rot bis zu schwarz aufweisen. Auch hier hängt die genaue Beschaffenheit vom Geschlecht ab.

Brüllaffen zählen zur Gattung der Primaten. Sie leben in Gruppen, welche meist zwischen fünf und zwanzig Tiere beherbergen und welche von einer strengen Hierarchie bestimmt ist. Brüllaffen ernähren sich hauptsächlich von Blättern, allerdings auch zu einem geringen Teil von Früchten und Blüten.

Wie ihr Name schon verrät sind Brüllaffen dazu in der Lage extrem laute Geräusche in Form von Brüllen von sich zu geben, welches man über mehrere Kilometer hinweg hören kann. Der Hauptgrund für das Ausstoßen dieser Laute ist die Kommunikation. So sind verschiedene Gruppen in der Lage, der jeweils anderen deutlich zu machen, wo sie sich aufhalten und leben. Mit dieser Art von Austausch sparen sie wertvolle Energie, die sie sonst in einem Kampf verbrauchen würden. Ein anderer Grund für das Brüllen kann von einzelnen Tieren ausgehen, die Anschluss an eine Gruppe suchen. Am Häufigsten kann man dieses Brüllen am frühen Morgen hören.



Befindet man sich also an Orten wie Tortuguero oder Corcovado kann man durchaus durch diese Form der Kommunikation aus dem Bett „geschmissen“ werden. Klingt es im ersten Moment etwas bedrohlich, hat man sich schnell an die Laute gewöhnt – man ist quasi mittendrin im Dschungel und der Tierwelt statt nur dabei.

Brüllaffen zählen in Costa Rica zu den lautesten Tieren im Dschungel, doch eigentlich sind diese Tiere sehr ruhige Bewohner und ruhen sich abgesehen von den Ausrufen circa 80 % des Tages aus. Allerdings sollte man diesen Tieren trotz allem nicht zu nahe kommen: Fühlen sie sich bedroht, werfen sie mit ihrem eigenen Kot nach der scheinbaren Gefahr. Besonders beliebt sind dabei natürlich – Touristen!

Auf unseren Reisen sieht man Brüllaffen bei vielen Ausflügen (z. B. im Ecocentro Danaus, in Monteverde, in der La Tigra Rainforest Lodge und an vielen anderen Orten). Am besten findet man die Affen natürlich dann, wenn man die Ohren aufsperrt. 

Kapuzineraffen (lateinisch: Cebinae) leben sowohl in Regenwäldern als auch in trockenen Laub-, Mangroven- und Gebirgswäldern des amerikanischen Kontinents. Sie zählen, wie auch die Klammer- und Brüllaffen, zur Gattung der Primaten, insbesondere zu den Neuweltaffen und können in bis zu 20 Arten unterschieden werden. Die Tiere können, wenn sie in Gefangenschaft leben, bis zu 50 Jahre alt, in der freien Wildbahn bis zu 25 Jahre alt werden und wiegen bei ihrer geringen Körpergröße von etwa 31-56 cm (plus die Länge ihres Schwanzes, die ebenfalls circa 30-56 cm beträgt) nur 3-4 Kilogramm. Bei dieser Affenart (ähnlich wie bei den Brüllaffen) ist das Weibchen erheblich kleiner und leichter als das Männchen und bringt nur ein Gewicht von 2-3 Kilogramm auf die Waage. 

Ihren Namen haben die Kapuzineraffen ihrer auffälligen Färbung des Fells zu verdanken. Diese erinnerte ihre Namensgeber an die Kutte eines Kapuzinermönchs. Das Fell ist meist in dunklen Brauntönen gehalten, die Arme, Beine und der Schwanz sind dagegen schwarz. Auffällig sind Brust und Schulter, die sich häufig vom restlichen Körper abheben. Allerdings kann auch bei diesen Tieren die Färbung, vom Geschlecht und spezifischer Art abhängig, variieren.

Besonders häufig in Costa Rica ist das Vorkommen der Weißgesichts- oder Weißschulterkapuzineraffen und sie anzutreffen ist eine Erfahrung, die man aufgrund ihrer weiträumigen Verbreitung kaum verhindern kann. Sie leben in Verbänden mit circa 10-30 Tieren in bis zu 2.000 Metern Höhe. Die Tiere ernähren sich von Früchten und Insekten, können allerdings auch dem einen oder anderen Touristen Kekse oder andere Leckereien klauen. 



Gerade im Nationalpark Manuel Antonio ist dieses ganz und gar zutrauliche Verhalten anzutreffen. Auch der Nationalpark San Antonio ist ein Ort, an dem die tagaktiven Primaten leben und die Besucher des Parks auf Trab halten. Am besten keine Taschen abstellen, denn diese sind schneller weg, als man schauen kann. Durch die vielen Touristen, die täglich in das Leben der Affen treten, kann es durchaus sein, dass sie mitunter auch aggressiv reagieren.

Die weitaus gelasseneren Tiere leben hingegen unter anderem im Nationalpark Palo Verde. Hier ist zwar die Herausforderung ein paar Blicke auf die intelligenten Tiere zu erhaschen größer, allerdings kann man sie dort ihr zumeist von Touristen ungestörtes Leben genießen sehen. Die Kapuzineraffen hangeln sich besonders gern an Mangobäumen entlang, sind auf der Suche nach Futter oder entspannen kopfüber am Schwanz hängend. Auch in Corcovado und Santa Rosa trifft man die Affen an. Eigentlich trifft man auf jeder travel-to-nature Reise auf Kapuzineraffen, wenn man diese sehen möchte. Leider hat der illegale Handel mit den schlauen Tieren in den letzten Jahren wieder zugenommen und Umweltschützer versuchen vermehrt dagegen vorzugehen.

Spidermonkey, heißen Sie auf Englisch, und das wird oft mit Spinnenaffe übersetzt. Das ist aber falsch, denn ihr richtiger Name ist Klammeraffe. Klammeraffen, oder auch Geoffroy-Klammeraffen genannt, kommen ausschließlich in Mittelamerika vor. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich vom südlichen Mexiko bis hin ins östliche Panama. Die Klammeraffen leben vor allem in Regen- und Bergwäldern oder auch in Gebirgswäldern, die schon lange bestehen und der Baumbestand somit schon relativ „alt“ ist.

Die weiblichen Geoffroy-Klammeraffen werden bis 9 kg schwer, die männlichen Tiere kommen fast auf das gleiche Gewicht, sind aber etwas leichter – ganz im Unterschied zu den Brüllaffen, bei denen die Männchen deutlich schwerer sind. Somit unterscheiden sich Männchen und Weibchen kaum voneinander. Ebenfalls die Kopf-Rumpf-Länge und Schwanzlänge sind sehr ähnlich und weisen keine gravierenden Unterschiede auf. 



Merkmale der Geoffroy-Klammeraffen sind die extrem langen Gliedmaßen und Schwänze. Der Schwanz dient zur Fortbewegung, um sich geschickt von Baum zu Baum zu hangeln. Die tagaktiven Tiere ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Samen, Knospen oder Blättern. Kleinere Tiere gehören aber auch zur Beute der Klammeraffen.

Klammeraffen leben meistens in einer Gruppe von 30 bis zu 100 Tieren. In einer solch großen Gruppe verständigen sie sich – ähnlich wie Brüllaffen – durch lautes Gebrüll und Geschrei. Trotz allem sind sie nicht so leicht zu entdecken und man muss ein Auge dafür haben und sehr aufpassen. Unsere costa-ricanischen Reiseleiter sind sehr gut geschult und falls Klammeraffen in der Nähe sind, können sie die scheuen Tiere meist von weitem hören. Dann ist die Chance relativ groß, dass die Reiseleitung die Gruppe näher an die Affen heranbringen kann, damit man die Affen beobachten kann. In weniger besuchten Nationalparks wie zum Beispiel dem Caño Negro Wildlife Refuge haben Costa Rica Reisende die besten Chancen Klammeraffen zu beobachten.

Das Totenkopfäffchen ist den meisten wahrscheinlich aus den bekannten Kinderfilmen „Pipi Langstrumpf“ bekannt und obwohl sie den Tod im Namen tragen, sind sie alles andere als gefährlich. Ihr Name stammt nämlich von ihrer Gesichtszeichnung, die an einen Totenkopf erinnert. Für uns von travel-to-nature sind es die schönsten Affen Costa Ricas.

Der Totenkopfaffe gehört zur Familie der ‘Kapuzinerartigen’ und ist äußerst klein und wendig. Ohne Schwanz messen sie gerade mal 23 bis 37 Zentimeter, dazu kommt dann noch einmal der 45 Zentimeter lange Schwanz, der somit deutlich länger ist als der gesamte Körper. Ausgewachsene Tiere erreichen ein Gewicht von maximal 1,1 Kilogramm, wobei es noch einmal Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen gibt. Die Weibchen sind etwas leichter (ca. 750 Gramm). Die Äffchen haben ein relativ helles Fell, am Rücken und an den Beinen einen leichten Stich ins Orange. Ihr Kopf ist schwarz, wobei die Augenpartien und die Ohren fast weiß sind.

Totenkopfaffen sind in Mittel- und Südamerika weit verbreitet. Vorwiegend halten sie sich hier in überfluteten Flusswäldern und Sekundärwäldern auf. Meist kann man sie in den mittleren Baumregionen beobachten, da sie sich weder gerne auf dem Waldboden, noch in den höchsten Baumwipfeln bewegen. Gerade in Waldgebieten mit ausreichend Wasserstellen fühlen sie sich besonders wohl. Die tagaktiven Tiere sind meist in einer großen Gruppe anzutreffen. In solch einer Gruppe leben Männchen und Weibchen mit ihren Jungen gleichermaßen zusammen. Meist sind solche Familien 50 Tiere stark, ab und zu gibt es aber auch Gruppen mit bis zu 300 Affen! Damit sich die Totenkopfaffen in solch einer großen Gruppe nicht dauernd streiten herrscht eine strenge Rangordnung, welche um die Weibchen herum aufgebaut ist. Die Männchen halten sich meist eher am Rand der Gruppe auf. Um sich gegenseitig zu erkennen verteilen sie ihren Urin auf ihrem Fell. Am Geruch können sie dann erkennen wer zu ihnen gehört und wer nicht. Denn für Totenkopfäffchen ist es sehr wichtig zu einer Familie zu gehören, sie geben auf einander Acht und warnen sich gegenseitig, wenn ein Feind im Anmarsch ist. Im Gegensatz zu anderen Altweltaffen putzen sich die kleinen Affen selbst, gegenseitige Fellpflege ist ihnen unbekannt. Auch können sie sich nicht - wie andere Affenarten (Brüllaffen, Klammeraffen) – mit ihrem langen Schwanz an Ästen festhalten, denn er dient nur der Balance. Trotz alledem sind Totenkopfäffchen perfekte Kletterer. Geschickt hangeln sie sich von Ast zu Ast und können sogar ganz lautlos durch die Bäume gleiten. Doch meistens kann man sie gut an ihren lauten Rufen ausfindig machen.



Die kleinen Äffchen sind extrem neugierig und werden relativ schnell zutraulich, sobald sie merken, dass keine Gefahr besteht. Auch gegenüber Menschen verlieren sie schnell ihre anfängliche Scheu. Das merkt man auch schnell, wenn man im Regenwald unterwegs ist. Da kann es gut sein, dass die Äffchen jetzt gerade nicht fotografiert werden wollen und die Reisenden einfach mal mit Nüssen oder ähnlichem bewerfen. 

Nach drei bis fünf Jahren werden die Totenkopfäffchen geschlechtsreif. Doch nur die ranghöchsten Männchen dürfen sich paaren, beziehungsweise die Männchen die am meisten Gewicht zugelegt haben (teilweise bis zu 20 %). Nach einer Tragzeit von ca. 160 Tagen kommt das Junge zur Welt. Hierbei lässt sich ein interessantes Phänomen beobachten, denn alle Mütter bekommen ihre Kleinen zur gleichen Zeit, um die jeweilige Lebenschance zu erhöhen und außerdem kümmern sich alle Muttertiere gegenseitig um den Nachwuchs. Die Babyaffen wiegen dann gerade einmal 70 bis 140 Gramm, was allerdings für die sowieso schon sehr leichten Affen relativ viel ist. Die Jungtiere klammern sich dann einige Wochen in das Fell der Mutter, bis sie sich selbst ein paar Sprünge im Baum zutrauen. Bis zu ihrem sechsten Lebensmonat werden die Jungen gesäugt, dann fressen sie, genau wie die Elterntiere, Früchte, Knospen und Insekten, sowie Spinnen und Frösche. In freier Wildbahn können Totenkopfäffchen bis zu 20 Jahre alt werden, in Gefangenschaft sogar bis zu 30 Jahre.

Wie bei allen Primaten, also den Affen und den Menschen, macht das Gehirn einen Großteil des eigenen Körpergewichts aus. Bei den Totenkopfaffen ist dieses Gewicht verhältnismäßig am größten, nämlich 1/17. Bei uns Menschen sind es zum Vergleich nur 1/35. Das macht sie nicht unbedingt schlauer als andere Affen, es ermöglicht ihnen aber schnelle Bewegungen exakter zu erkennen und haben so sogar die Möglichkeit Vögel im Flug zu erwischen. Ständig sind die kleinen Affen auf der Hut. Es gibt immer ein paar „Wächter“ die die Umgebung genauestens im Auge behalten. Sollten sie einen Feind entdeckt haben, schlagen sie sofort Alarm. Und von diesen Feinden gibt es viele: Raubkatzen wie den Ozelot oder Jaguar, Schlangen, Adler und viele weitere. Auch der Mensch kann ein Feind sein. In manchen Gegenden Südamerikas werden sie von den indigenen Völkern gejagt und in den westlichen Ländern werden sie oft zu medizinischen Versuchen im Labor gehalten. Außerdem wird der Lebensraum der Äffchen zunehmend auch durch die Brandrodung und den damit einhergehenden Rückgang des Regenwaldes bedroht. Gerade der Mittelamerikanische und der Dunkle Totenkopfaffe sind von der IUCN als gefährdet eingestuft worden. 


Auf fast allen Reisen von travel-to-nature werden Sie die kecken Äffchen zu Gesicht bekommen, da muss man meist keine große Wanderung unternehmen. Unsere Reiseleiter sind zudem sehr gut ausgebildet und erkennen sofort, mit welchen Affen Sie es zu tun bekommen haben. Wenn Sie gerne alle Affen Costa Ricas auf Ihrer Reise sehen wollen, arbeiten wir Ihnen sehr gern eine Individualreise aus, auf der Sie alle Affenarten Costa Ricas zu sehen bekommen. 

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