Provinz Guanacaste
Die Provinz Guanacaste erstreckt sich im Nordwesten des Landes bis zur Grenze Nicaraguas und über einen großen Teil der Halbinsel Nicoya. Begrenzt wird Guanacaste auf der einen Seite durch den Pazifik und auf der anderen Seite durch die Bergkette.
Diese Region des Landes ist sehr trocken und heiß, was sich auch in der Vegetation zeigt. Im Nationalpark Santa Rosa kann man zum Beispiel einen der letzten Trockenwälder Mittelamerikas bestaunen. Besonders schön ist Guanacaste in den Monaten Februar und März, wenn die Bäume ihre große, leuchtende Blütenpracht tragen. Schon von weitem kann man die wie Feuer erscheinenden roten und gelben Blüten sehen. Die Bäume verlieren im Sommer, also in der Trockenzeit, ihre Blätter und beginnen zu blühen.
Große Weideflächen und Rinderherden prägen zusätzlich die Landschaft. Die Bevölkerung lebt in Guanacaste häufig von der Viehwirtschaft und oft sieht man die Sabaneros (Cowboys) mit ihren kleinen, wendigen Pferden über die riesigen Weiden reiten. Ein besonderes Erlebnis sind die sehr beliebten Rodeos, die fast jede Woche in einer der Ortschaften von Guanacaste zu beobachten sind. Wagemutige junge Männer reiten dabei auf den größten und stärksten Stiere und versuchen sich so lange wie möglich auf dem Rücken des buckelnden Tiers zu halten – ein riesiges Spektakel.
Auch die Vulkane Rincón de la Vieja und der Vulkan Orosi gehören zu Guanacaste und sind einen Besuch wert. Bestaunen Sie neben einer wunderschönen Landschaft auch vulkanische Aktivität, wie kleine Geysire und Fumarole. An der Grenze zur Provinz Alajuela ist die Vegetation wieder durch die feuchten Regenwälder geprägt.
Ganz besonders bekannt ist Guanacaste für die schönen Strände, die sich entlang der gesamten Küste erstrecken. Es gibt einsame Buchten, aber auch bekannte Strände wie Tamarindo und Flamingo. In dieser Region brach leider ein Bauboom aus, der sich glücklicherweise auf einige wenige Bereiche begrenzt, so dass man noch genug unberührte Strände findet. Die Strände im Nationalpark Las Baulas sowie Ostional sind für die große Zahl an Schildkröten die hier zur Eiablage kommen bekannt. Wer dieses Naturwunder beobachten möchte, den bitten wir, wie auch unter der Provinz Limon beschrieben dies nur unter fachkundiger Leitung zu tun und die Tiere nicht durch Taschenlampen oder helle Kleidung zu stören.
Im September und Oktober kommt die sogenannte Arribada (Massenankunft) an den Strand in Ostional und Sie können sogar tagsüber tausende von Schildkröten bei der Eiablage beobachten. Wer sich wundert, dass am Strand von Ostional Einheimische die Eier wieder ausbuddeln, sollte wissen, dass es hier ein einzigartiges, aber erfolgreiches Konzept gibt um die Interessen des Naturschutzes und der Einheimischen zu vereinen. Die ersten 36 Stunden nach der Ankunft dürfen die Bewohner der umliegenden Dörfer die Eier wieder ausgraben und zum Verkauf anbieten (dies tun sie seit eh und je und es ist eine wichtige Einkommensquelle der wirtschaftlich recht schwachen Region). Grund für diese 36 Stunden-Regel ist, dass die große Anzahl der ankommenden Schildkröten über mehrere Tage die zuvor gelegten Eier sowieso zerstören würden. Es hat sich gezeigt, dass so der illegale Nestraub vermindert wurde und die Schildkrötenpopulation sogar wieder zugenommen hat.
Die Strände selber reichen von hellen Sandstränden wie dem bekannten Muschelstrand Conchal bis zu einsamen goldgelben Stränden in den abgelegenen Bereichen südlich von Samara. Sie haben somit die Wahl zwischen Stränden mit starkem Wellengang die super zum Surfen geeignet sind sowie ganz ruhigen Buchten, in denen man herrlich schnorcheln kann.
Wer sich vorstellt mal einfach die Küstenstraße von den nördlichen Stränden bis hinunter an die Südspitze von Nicoya zu fahren, der sollte die Strecke nicht unterschätzen. Von Playa Hermosa nach Santa Teresa, braucht man schon gut mal 9 Stunden (70km) und muss durch ca. 8 Flüsse, die zum Teil von den Gezeiten abhängig sind. Die „Straße“ würde man in Deutschland als schlechteren Feldweg bezeichnen, aber eins ist diese Strecke auf jeden Fall – ein wunderschönes Abenteuer.
Guanacaste hat aber nicht nur trockene Gebiete sondern auch ein einmaliges Feuchtgebiet, den Palo Verde Nationalpark. Hier kann man tausende Vögel beobachten, die hier Nahrung in den Überschwemmungsgebieten suchen und ihre Jungen aufziehen.
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