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Städte in Costa Rica

Costa Rica ist bekannt für seine zahlreichen Naturschätze und eine artenreiche Tierwelt. Möchte man einen „Kultur- und Städtetrip“ unternehmen, wird Costa Rica sicher nicht die erste Wahl sein wenn es um den Traumurlaub geht. Zwar hat Costa Rica mit der Hauptstadt San José eine pulsierende Metropole zu bieten, in der auch das Nachtleben kaum stillsteht, doch ist das kleine Land nicht für kulturelle Schönheiten und quirliges Stadtleben bekannt.

Wer auf der Suche nach einem Naturerlebnis ist und nebenbei das costa-ricanische Flair erleben will, der findet auch neben San José einige kleinere Städtchen, die es lohnt zu besuchen. Besonders empfehlenswert sind die Örtchen Limón oder Puerto Viejo de Talamanca an der karibischen Küste. Hier trifft man auf den kompletten Gegensatz zur deutschen Pünktlichkeit und Genauigkeit. Zum Abschalten einfach perfekt! Kaum einen Tag dort, passt man sich an die gemütliche Gangart an und wünscht sich, die Zeit würde nie zu Ende gehen.

Im Hochland Costa Ricas kann man zudem noch ein paar der Indígenas in deren Dörfern besuchen. Viele leben noch sehr traditionell mit alten Riten und Bräuchen. Wer sich für die costa-ricanische Kultur interessiert, sollte hier einen Stopp einplanen und die Ureinwohner kennenlernen.

 

Alajuela ist die zweitgrößte Stadt Costa Ricas sowie die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Wegen den vielen Mangobäumen im Stadtpark, wird Alajuela auch „Stadt der Mangos“ genannt. Der Parque Central ist der geeignete Platz, um zu entspannen, ein Eis zu essen oder einfach nur die Umgebung und das Treiben auf sich wirken zu lassen.

Am Rande des Parks, im ehemaligen Stadtgefängnis, befindet sich das Museum der Kultur und der Geschichte Juan Santamarias. An der Ostseite des Parkes liegen die Ex-Präsidenten Tomas Guardia und Leon Cortes Castro in einer Kathedrale begraben. Im Juan Santamaria Park befindet sich ebenfalls eine dem aus Alajuela stammenden Nationalhelden Juan Santamaria zu Ehren errichtete Bronzestatue. Dieser wurde durch seine tapfere Tat im Jahre 1856 bekannt, als der aus Nashville, Tennessee, stammende William Walker mit einer Armee aus Nicaragua nach Guanacaste vordrang. Dort wurden die Angreifer vom damaligen costaricanischen Präsidenten Mora und seiner 9.000 Mann starken Armee überrascht. Die Armee umstellte Walker und seine Männer in einem hölzernen Fort (La Casona im heutigen Guanacaste) in Nicaragua. Der Trommler Juan Santamaria legte dort ein Feuer, wurde dabei aber getötet. Dennoch gelang es durch diese mutige Tat, William Walker und seine Armee zu vertreiben. Dem Nationalhelden wurde außer der Statue auch noch ein Feiertag gewidmet, der Día de Juan Santamaria am 11. April. Dieser Tag wird vor allem in Alajuela gefeiert, mit Musik, Tanz und Paraden.

Aguas Zarcas befindet sich am Fuße der zentralen Bergkette Cordillera Central und gehört zum Kanton San Carlos, welcher zur Provinz Alajuela gehört. Der Ort, dessen Name von den heißen, mineralhaltigen Quellen kommt, ist optimal geeignet für einen Wellness-Urlaub. Hier kann man sich mit Massagen, Schlammpackungen und Aromatherapien in verschiedenen Thermalbädern verwöhnen lassen. Besonders beliebt ist das Baden in den heißen Quellen, von denen viele im Wald liegen, wo man inmitten tropischer Pflanzen bis in den späten Abend, wenn der Urwald schwach beleuchtet wird, entspannen kann.

Jedoch bietet Aguas Zarcas auch den aktiveren Menschen einiges: Die Umgebung kann zu Pferd erkundet werden oder man kann sich bei einer Canopytour vergnügen.

Die meisten Bewohner Aguas Zarcas leben von der Landwirtschaft und die Stadt ist touristisch noch fast unberührt. Sie ist gut geeignet als Zwischenhalt auf dem Hin- oder Rückweg vom Arenal Vulkan nach San José, aber auch für einen längeren Aufenthalt. Von hier aus ist der südlich gelegene Juan Castro Blanco Nationalpark sehr gut zu erreichen.

Cañas befindet sich in der Provinz Guanacaste, direkt an der Interamericana. In der Ortschaft befinden sich mehrere Unterkünfte, Bars und Restaurants. Der Rio Cañas, an dessen Ufern das Zuckerrohr (Cañas) wächst, verläuft direkt durch den Ort.

Westlich von Cañas fließt der Rio Corobici, ein etwa 40 km langer Fluss, der im Golf von Nicoya mündet. Der Fluss erhielt seinen Namen durch ein indianisches Volk, welches dort in der frühen Kolonialzeit angesiedelt war. Der Rio Corobici bietet optimale Bedingungen für einfache Schlauchboot- und Kajaktouren. Solche Touren bieten viele Möglichkeiten, die faszinierende Tier- und Pflanzenwelt zu betrachten. Cañas ist ideal als Zwischenstopp auf dem Weg in den Norden Costa Ricas und eignet sich gut als Ausgangspunkt für Touren zum Palo Verde Nationalpark. Der Arenalsee befindet sich ebenfalls in der nahen Umgebung. Die meisten Bewohner des Ortes leben von Reis- und Zuckerrohranbau oder Viehzucht.

Cartago ist die älteste Stadt Costa Ricas und war bis 1823 auch Hauptstadt. Cartago wurde im Jahre 1563 vom Spanischen Gouverneur Juan Vasquez de Coronado als erste spanische Siedlung im heutigen Costa Rica gegründet.

Die Geschichte der Stadt ist vielfältig. In der Vergangenheit hat Cartago einige Ausbrüche des Irazu Vulkans sowie Überflutungen in der Regenzeit durchgemacht. Zudem wurde die Stadt einige Male durch Erdbeben zerstört. Deshalb sind fast alle Gebäude dort aus dem 20. und 21. Jahrhundert. 

In Cartago befindet sich auch die wohl bekannteste Kirche Costa Ricas, die Basilika de Nuestra Señora de los Angeles. Es wird die Geschichte erzählt, dass ein Hilfsmädchen im Jahr 1635 eine Statue der Jungfrau Maria fand und diese mit nach Hause nahm. Die Statue verschwand aber zweimal vom Zuhause des Mädchens und kam an ihrem Fundort wieder zum Vorschein. Aus diesem Grunde wurde die Basilika an diesem Ort erbaut. In der Basilika befindet sich ein Schrein mit einer kleinen Marienstatue. Diese Statue wird alljährlich am 2. August zum Ziel Tausender Pilgerer.

 

Die Hafenstadt Golfito befindet sich im Süden Costa Ricas in einer gut geschützten Bucht. In den 30er Jahren wurde hier der Haupthafen für den Abtransport der gesamten Ernte aller Bananenplantagen bis nach Panama errichtet. Bis zu dieser Zeit gab es hier nur Indianerdörfer. Die durch den Bananenhandel entstandenen sozialen Unterschiede sind noch heute zu sehen: die einheimischen Arbeiter wohnen im südlicheren Pueblo Civico in schlichten Holzhütten, während im Nordwesten der Stadt, in der Zona Americana, die amerikanischen Geschäftsleute in Villen leben.

Noch heute herrscht hier eine hohe Arbeitslosigkeit, nachdem sich die Bananenbarone und die United Fruit Company nach einem 72-tägigen Streik im Jahr 1985 aus Costa Rica zurückzogen. Die Bananenplantagen wurden daraufhin zur Gewinnung von Seife, Speiseöl sowie Margarine genutzt oder an Farmer verpachtet. Um dieser Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken wurde im Jahr 1990 in Golfito eine Freihandelszone, das Deposito Libre Comercial de Golfito, eingerichtet, in der Costa Ricaner steuerfreie Waren einkaufen können.

In der Umgebung von Golfito gibt es viele Strände mit guten Bade- und Surfmöglichkeiten. Zudem werden einige Tagesausflüge wie Bootsfahrten, Sportfischen oder Touren ins Naturschutzgebiet von Golfito angeboten.

Heredia ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und befindet sich nordwestlich von San José. Die Stadt liegt inmitten vieler Kaffeeplantagen auf den Ausläufern des Vulkans Barva. Durch die vielen ausländischen Studenten, die aufgrund der vor allem für die Tiermedizin angesehenen Universität nach Heredia kommen, genießt die Stadt ein leicht multikulturelles Ambiente. Es gibt hier auch viele Sprachschulen, in denen Touristen ihr Spanisch aufbessern können. 

Heredia verfügt über mehrere Kinos, Restaurants und studentische Bars, zum Teil auch mit Livemusik. Falls einem dennoch langweilig werden sollte, sind die Städte San José und Alajuela in kurzer Zeit zu erreichen. Zudem bietet Heredia viele Sehenswürdigkeiten. Eine davon ist das Casa de la Cultura, wo früher Ex-Präsident Alfredo Gonzales Flores wohnte und welches heute als historisches Museum genutzt wird. Von Alfredo Gonzales Flores wurde auch die Festung „El Fortin“, die sich an der Nordseite des Plaza Central befindet, erbaut. Bei genauem Hinsehen kann man hier etwas Außergewöhnliches finden: Die Schießscharten wurden versehentlich falsch herum eingebaut, was für die Verteidigung der Festung natürlich schlecht war und den Angreifern ein leichtes Spiel bot.

Außerdem gibt es die Basilika de la Inmaculada Concepcion zu bewundern, eine alte Kathedrale aus der Kolonialzeit. Sie wurde im Jahr 1797 nach dreißig Jahren fertig gestellt und hat schon einige Erdbeben überstanden. Die Glocken der Kathedrale stammen aus Peru. Aus Heredia stammen auch die bekannten Persönlichkeiten Paulo Cesar Wanchope, costaricanischer Fussballspieler, und der zweimalige Präsident Oscar Arias Sanchez. Dieser hat im Jahr 1987 den Friedensnobelpreis für den Arias-Sanchez-Plan, der den Frieden Mittelamerikas zum Ziel hatte, bekommen.

Die kleine Stadt La Fortuna, in der Provinz Alajuela, liegt relativ im Zentrum von Costa Rica, im sogenannten nördlichen Flachland. Früher galt die Stadt aufgrund ihres geologischen Reichtums als echter Geheimtipp, mittlerweile tummeln sich hier zahlreiche Hotels, Restaurants und Touren-Anbieter. Trotzdem findet man auch in und um La Fortuna noch einige sehr schöne und vergleichsweise unbekannte Flecken, die es durchaus lohnt zu besichtigen. 
Highlight von La Fortuna ist jedoch der Vulkan Arenal, der eindrucksvoll über die Stadt zu wachen scheint. Oft ist er von Wolken verhüllt, doch bei gutem Wetter kann man den Bilderbuch-Vulkan von fast überall aus sehen. Seine thermische Aktivität sorgt auch dafür, dass es hier einige, teils wunderschön angelegte Thermalquellen gibt, denen eine heilende Wirkung nachgesagt wird. Wer nicht in ein voll ausgestattetes Thermalbad will, der kann sich auch gratis im Fluss Tabacón entspannen, der mit angenehmen 37 °C in seinem natürlichen Flussbett dahin fließt. Etwas außerhalb von La Fortuna stürzt zudem ein etwa 70 Meter hoher Wasserfall in die Tiefe, mit Möglichkeiten zum Baden.
Da La Fortuna ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen aus aller Welt darstellt, kann man zudem alle möglichen Touren von hier aus buchen, wie beispielsweise Canopy- und Rafting-Touren, Wandern über Hängebrücken, Bootsfahrten auf dem nahegelegenen Arenalsee, Vogelbeobachtungstouren oder Höhlenbesichtigungen. Ebenfalls einen Besuch wert ist das Ecocentro Danaus, welches sich der nachhaltigen Wiederaufforstung verschrieben hat. Außerdem kann man hier auch Faultiere, Kaimane und Agutis sehen und ein Schmetterlingshaus, mit dem berühmten Blauen Morpho, besichtigen.

Liberia wird wegen der weißen Häuser, die es hier früher gab, auch Ciudad Blanca (Weiße Stadt) genannt und befindet sich in der Provinz Guanacaste. Nicht nur wegen des internationalen Flughafens Daniel Oduber Quiros und der Nähe zu vielen beliebten Strandurlaubsorten ist Liberia ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Costa Rica. Von hier aus sind auch viele Nationalparks wie z.B. Lomas Barbudal, Palo Verde, Rincón de la Vieja, Santa Rosa und Guanacaste sehr gut zu erreichen. Aber natürlich hat auch Liberia als Stadt einiges zu bieten. Wer die Stadt besucht, hat das Gefühl, in die Vergangenheit geholt worden zu sein. Liberia ist die Stadt der Sabaneros (Cowboys von Costa Rica) und noch immer finden hier Viehmärkte, Rodeos, Stierkämpfe usw. statt. Ein Bummel durch die turbulente Stadt lohnt sich allemal.

Der Atlantik in dieser Region der Karibik ist für seine Wellen und somit auch Surfer bekannt. Solltet ihr das Vergnügen noch nicht ausprobiert haben, bietet sich euch hierzu Gelegenheit. Etwas ruhigere Strände für Sonnenanbeter befinden sich oberhalb des Ortes.

Doch nicht nur zum Surfen eignen sich die Gewässer um Puerto Viejo, auch für Taucher und Schnorchler ist die Unterwasserwelt hier durchaus interessant. Besonders die Nationalparks Cahuita und Manzanillo sind für eine reiche Unterwasserwelt bekannt. Ihr könnt euch auch einen Drahtesel oder ein Pferd mieten und mit diesen die Gegend erkunden. Bei dem deutschen Biologen Rolf Blancke könnt ihr fachmännisch geführte Regenwaldtouren buchen. Auch Ausflüge in verschiedene Indianerreservate werden angeboten. Da Talamanca eine der am wenigsten erschlossenen Regionen ist und hier ein großer Prozentsatz der indigenen Bevölkerung im Hinterland lebt, bietet sich die Gelegenheit bei einer optionalen Tour einen Einblick in das heutige Leben der Indianer zu bekommen.

Etwa 300 Meter südlich des Hotel Bouganvilea befindet sich zudem ein Krankenhaus für tropische Tiere. Unter anderem werden hier regelmäßig Faultiere verarztet und auf die Wiederauswilderung vorbereitet.

Die Hauptstadt San José ist bekannt für sein Nationaltheater und seine Museen.

Das Nationaltheater ist eine genaue Kopie des Opernhauses in Wien, Österreich. Hier spielt das Nationale Orchester von Costa Rica und es werden verschiedene, internationale Opern aufgeführt. Gleich daneben befindet sich das Goldmuseum, das über das Vorkommen und den geschichtlichen Gebrauch des Edelmetalles informiert. Des Weiteren sind auch das präkolumbinische National- und Jademuseum einen Besuch wert. Außerdem lohnt sich der Besuch des Museum der Naturgeschichte sowie ein spezielles Museum für Kinder. Die Stadt besitzt tolle Hotels, eine Vielzahl von ausgezeichneten Restaurants und ist wunderbar geeignet um günstig schöne Kleidung zu kaufen. Die Innenstadt ist tagsüber voller Leben und ähnelt mit den zahlreichen kleinen Straßenständen fast einem Basar. Einen Besuch wert ist auch der Mercado Central (Zentralmarkt). Tagsüber kann die Avenida Central gut zu Fuß erkundet werden, nach Einbruch der Dunkelheit empfehlen wir Taxis.

 In den verschiedenen Stadtparks findet man Gelegenheit kurz zu verschnaufen und ein paar ruhige Minuten in einer der kleinen Oasen zu verbringen.

Turrialba ist die Hauptstadt des gleichnamigen Kantons und liegt in der Provinz Cartago. Auf den fruchtbaren vulkanischen Böden werden Obst und Gemüse angebaut. Dort, wo heute die Stadt Turrialba liegt, war früher ein See. Die Talhänge sind wunderbar grün bewachsen und wenn man von San José kommt hat man einen fantastischen Blick über die ganze Stadt. Früher eine Durchfahrtsstadt auf dem Weg zur Karibikseite, heute eine Alternative für gemütlich Reisende. Bevor Turrialba von den Spaniern besiedelt wurde, bewohnten die Indianer diesen Ort. Durch Seuchen wurde die Zahl der Indianer geringer und europäische Siedler kamen, die das Land vorwiegend für den Ackerbau nutzten. 1890 wurde die Eisenbahnlinie fertig gestellt und die Einwohnerzahlen begannen wieder stetig zu steigen.

Der ein paar Kilometer weiter nördlich gelegene Vulkan Turrialba ist nur leicht aktiv und daher super zu besteigen. Wenn das Wetter gut ist, hat man eine wunderschöne Aussicht. Optimal für Wassersportler sind die beiden Flüsse Reventazon und Pacuare, da man hier tolle Rafting und Kayaktouren machen kann. Von Turrialba aus beginnen auch Ausflüge zum Nationalmonument Guayabo.

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